Die Welt von H. P. Lovecraft

16. Mai 2021 1 Std. 11 Min.

Die Welt von H. P. Lovecraft

Gunnar spricht mit Rahel Schmitz über "den Mythos".

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Wann immer wir ein Spiel besprechen, das auf einen Hintergrund außerhalb des eigentlichen Spiels aufsetzt, versuchen wir, diesen Hintergrund in einer Art "Lore"-Folge zu beschreiben – aber nicht in einem essayistischen Erklärformat, sondern in einem Gespräch unter Fans. Das haben wir bisher für die beiden Tabletop-Szenarien Warhammer Fantasy Battle und Warhammer 40.000 gemacht, jeweils mit Maurice Weber von GameStar, und für die Welt von Sherlock Holmes mit dem Autor Uwe Sommerlad.

Dieses Mal geht es um den Autor H.P. Lovecraft – denn parallel zu dieser Folge erscheint unsere Besprechung zum Spiel Call of Cthulhu: Shadow of the Comet (Infogrames, 1993), einem Adventure, das quasi ein offizielles Lovecraft-Spiel ist.

Die sensationelle Rahel Sixta Schmitz, Journalistin, Autorin, Wissenschaftlerin und Mitglied der "Deutschen Lovecraft-Gesellschaft", hat sich netterweise bereit erklärt, mit Gunnar zusammen einen Podcast lang das zu erforschen, was Fans "den Mythos" nennen - das weit verzweigte Lovecraft-Universum, randvoll mit älteren Göttern, wahnsinnige Kultisten und einem Horror, der über den Verstand von Menschen hinaus geht.

Hört mal rein:

Podcast-Credits:

Sprecher: Rahel Sixta Schmitz, Gunnar Lott
Audioproduktion: Lars Rühmann, Christian Schmidt
Titelgrafik: Paul Schmidt, Gunnar Lott
Intro, Outro: Nino Kerl (Ansage); Chris Hülsbeck (Musik)

Mehr über Rahel Schmitz findet ihr auf ihrer Webseite: https://www.gothicendeavors.de/

Wer sich ein bisschen kosmischen Horror an die Wand hängen will, für den haben wir ein cooles Cthulhu-Poster!.

Weitergucken/lesen zum Thema Lovecraft:

LitosoPHie: Der Horror des H.P. Lovecraft erklärt (Video, deutsch, 2017)
Zachary Litrell: Lovercraft Reading Order for Beginners (Text, englisch, 2017)
Jurate Baronas: Cthulhu-Mythos Timeline (Blogpost, deutsch, 2019)
Silvia Moreno-García: Titan of Terror (Video-Essay, englisch, 2019)
Rahel Schmitz: Rezension zur Lovecraft-Gesamtausgabe von Festa(Text, deutsch, 2020)
Nerdwelten: Der Cthulhu-Mythos, erklärt von Professor Marco Frenschkowski (Podcast, deutsch, 2020)

Kommentare aus dem Archiv

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Jochen 16. Mai 2021

Wunderbarer und hochinteressanter Podcast. Rahel hat zweifellos von vielerlei (nicht nur, aber auch popkulturellen) Gebieten sehr viel Ahnung und wirkt dabei trotzdem grundsympathisch, ladet sie gern wieder als Gesprächspartnerin ein.

Raphael 16. Mai 2021

"trotzdem", als wären Wissen und Kompetenz ein Grund oder Indiz für ein unsympathisches Charakterbild. :D

Evi 21. Mai 2021

Genau das dachte ich auch. Es gibt Menschen, die scheinen ein Problem mit Bildung zu haben -- zumindest der von anderen.

Nils 16. Mai 2021

Zur Thematik Wesen aus dem All/Aliens eine kleiner Hinweis. Guillermo del Toro hat sein geplantes Projekt, Berge des Wahnsinns, u.a. deswegen auf Eis gelegt, weil es Ridley Scotts Prometheus zu sehr geähnelt hat.

Schl4chtf3st 17. Mai 2021

Ich war mir der Tatsache gar nicht gewahr, dass Lovecraft ein Antisemit und auch noch stolz drauf war. Das wäre mir jetzt auch durch die Werke nicht aufgefallen. Die Info war in der Tat aber eine wichtige und stellt das Universum tatsächlich in einem anderen Licht dar. Danke für die Infos.

Maestro84 18. Mai 2021

Naja, ist die Musik von Jackson schlechter, weil er angeblich mit kleinen Jungs geschlafen hat? Wird House of Cards schlechter, weil sich im Nachhinein herausgestellt hat, dass Spacey andere Menschen sexuell belästigt? Ich denke, eine Trennung tut schon gut.

Gunnar 21. Mai 2021

Das ist mit den eng gefassten Beispielen richtig, aber natürlich gibt es auch Haltungen, die ein Werk färben. Wenn ein erfolgreicher Trainer einer Jugendmannschaft Kids belästigt, kann man hinterher auch nicht die reinen Coaching-Leistungen und die damit erzielten Meisterschaften unabhängig würdigen. Bei Lovecraft ist das halt Teil des Werks. Deswegen muss man das nicht verbrennen, sondern kann es trotzdem als das einzigartige literarische Universum würdigen, das es ist. Man macht halt nur eine Fußnote dran und blickt auf einige Teile ein bisschen genauer als man das sonst täte.

Es ist immer gut, wenn man da den eigenen Blick ablegt und schaut, wie bestimmte Stellen/Haltungen auf Menschen wirken mögen, die eher betroffen sind.

Mal ein ganz anderes Beispiel, passt nicht ganz exakt, aber für mich aktuell:

Ich lese grade ein Fantasy-Buch nochmal, das ich vor zwölf Jahren oder so voll super fand. Und in der Tat ist es das auch, spannend und clever, aber ich lese es jetzt - anders als damals - auch ein bisschen mit dem Blick meiner Fantasy-begeisterten Tochter, der ich es gern empfehlen wollte. Und jetzt fällt mir der ganze ärgerliche und der Handlung null zuträgliche Sexismus auf, die eindimensionalen Frauenfiguren et cetera. Hab ich vorher einfach nicht bemerkt. Jetzt denke ich, puh, was wird meine Tochter empfinden, wenn sie das liest? Sie hat als Mädchen ein sehr deutliches Gespür dafür, weil sie sich natürlich anders als ich auch mit den weiblichen Nebenfiguren identifiziert, nicht nur mit dem männlichen Helden wie ich.

Das Buch ist immer noch spannend, ich kann das noch für mich genießen, ich finde den Autor jetzt nicht doof, aber das Werk hat halt eine Ebene, die ich vorher überlesen habe und die dazu angetan ist, Mädchen auszugrenzen. Da geht es auch nicht drum, nur weibliche Helden zu haben, sondern die Frauenfiguren mit dem gleichen Respekt zu behandeln wie die Männerfiguren – und nicht nur von der Körperlichkeit her zu deuten, als Love Interest, als Personen ohne Agenda. Klingt jetzt schlimmer als es ist, es hat durchaus auch interessante Frauenfiguren, aber nun.

Martin 12. März 2026

Ja zum Thema "Fussnoten":
Man hat ja auch bei "Hitlers "Mein Kampf"" das mal re-releeased aber eben voller Querverweise/Richtigstellungen/Fussnoten usw

Das ist Vielleicht ein krasses Beispiel und da kann man natürlich drüber streiten ob man so ein Werk unbedingt neu veröffentlichen muss aber Eines ist doch klar:

Wer sich da dann aufregt von wegen das sei "nicht mehr orginalgetreu usw" - Ja ey ! Der will offensichtlich Neo Nazi dann sein Oo :D :D

Ich mein: Mal ganz objektiv betrachtet - weg von den Verbrechen:
Hitler was geschieterter Hobbymaler der quasi als Obdachloser durch Wien und Bayern getingelt ist...Der war KEIN (!) Historiker oder Geschichtsprofessor Oo

Natürlich steht in so einem Werk von so ner Person auch ne Menge Historischer Unsinn drin !!!
Falsche Fakten, falsche Zahlen was entsprechende Epochen angeht usw Oo
Mal abgesehen vom Rassismus !

Weil es ja offensichtlich ist dass der keine Ahnung von Geschichte hatte Oo Woher denn ? Als Postkartenmaler ohne Schulbildung ??? :D

Und wer sich da dann aufregt dass das ja "nicht mehr Orginal" sei - ja der will halt ganz offensichtlich aus "gewissen Gründen" falsche Behauptungen lesen ;)

Aber der iss dann vielleicht auch nicht mehr wirklich für ne Diskussion zu gebrauchen ;)

Matthias 26. Mai 2021

Schlechte Beispiele, da hier tatsächlich auch eine Trennung seitens der Künstler stattfindet. Das Kevin Spacey Leute wohlmöglich belästigt haben soll, spielt bei der Darstellung seiner Rollen eben keine Rolle (hehe). Das findet bei Lovecraft nicht statt, sondern er lässt seine Einstellungen in das Werk mit einfließen. Wie bereits von den beiden im Podcast erwähnt, wird wirklich so gut wie alles, was nicht amerikanisch-puritanisch ist, als unterentwickelt und prinzipiell verschlagen angesehen. Eine Kurzgeschichte zB spielt im Hafenviertel einer Stadt. Diese wird als heruntergekommen und gefährlich beschrieben. Und warum? Weil dort überwiegen Portugiesen leben würden. Ohne Witz, eine ganze Seite der Geschichte beschreibt, wie dreckig und unzivilisiert diese Menschen sein. Und das ist noch eine vergleichbare harmlose Episode im Schaffen von Lovecraft.

Martin 12. März 2026

Und was ist mit Rudolf Steiner ? oO Da baut immerhin ne ganze Kindererziehung drauf auf Oo

Ich verstehe auch nicht warum man immer refleartig Künstler/innen in Schutz nehmen muss...ich frag mich da auch immer ob das wirkliche Fans sind...

Ich selbst war lange Zeit Rammstein Fan bis das rauskam was da mit Frauen gelaufen sein soll und plötzlich gab es die grössten Afd Fans und andere rechte Trottelnasen die dann "Schon immer Rammstein Fan" gewesen sein sollen (Ich hab die zuvor aber komischerweise nie wahrgenommen Oo) und die vorher Bildzeitung gelesen haben (Die ja selbst tausend Mal aus anderen Grüdnen gegen die Band geschossen haben) und die dann meinten sie müssten den jetzt "verteidigen"

Du kannst halt im Netz vieles behaupten und dir einfach nachträglich ne angebliche "Fanbasis" basteln ;)

Und Tedde: "Beweise" wie "Ich hab irgendwann einmal gegenteiliges gehört" ohne ne Quelle zu nennen sind generell schwach Oo Ich mein streng genommen Angebliche "Gegenbeweise" ja in "Hitlers "Mein Kampf"" "nachgelesen" haben Oo ;)
Wennn du die Quelle nicht nennst... ;)

Martin 12. März 2026

Und was ist mit Rudolf Steiner ? oO Da baut immerhin ne ganze Kindererziehung drauf auf Oo

Ich verstehe auch nicht warum man immer refleartig Künstler/innen in Schutz nehmen muss…ich frag mich da auch immer ob das wirkliche Fans sind…

Ich selbst war lange Zeit Rammstein Fan bis das rauskam was da mit Frauen gelaufen sein soll und plötzlich gab es die grössten Afd Fans und andere rechte Trottelnasen die dann „Schon immer Rammstein Fan“ gewesen sein sollen (Ich hab die zuvor aber komischerweise nie wahrgenommen Oo) und die vorher Bildzeitung gelesen haben (Die ja selbst tausend Mal aus anderen Gründen gegen die Band geschossen haben) und die dann meinten sie müssten den jetzt „verteidigen“

Oder was ich auch lustig fand:
Als die Band "Die fantastischen Vier" sich gegen die Afd ausgesprochen hat da hat so ein "angeblicher Fan" mit nem Video insziniert wo er ne Fanta Vier CD aus den Neunzigern zerstört weil da ein Lied gegen rechts drauf ist Oo
Was soll das bitte für ein "jahrelanger Fan" sein wenn ihm das JETZT erst auffällt ? :D :D

Du kannst halt im Netz vieles behaupten und dir einfach nachträglich ne angebliche „Fanbasis“ basteln ;)

Und Tedde: „Beweise“ wie „Ich hab irgendwann einmal gegenteiliges gehört“ ohne ne Quelle zu nennen sind generell schwach Oo
Ich mein streng genommen kannst du ja diese Angeblichen „Gegenbeweise“ ja in „Hitlers „Mein Kampf““ „nachgelesen“ haben Oo ;)
Wennn du die Quelle nicht nennst… ;)

Tedde Beno 17. Mai 2021

Ich finde, das war eine lehrreiche Folge, da ich noch auf dem Level stand, dass Lovecraft kein Antisemit und/oder Rassist gewesen sei. Ich habe in dieser Richtung mal einen Podcast mit einer anderen Auffasung gehört.
In einer Sache würde ich jedoch widersprechen, wenn sich die Erkenntnis weiter durchsetzt und durch die SJW aufgegriffen wird, dann können wir den Mythos wegwerfen. Die Leute können nicht zwischen Werk und Autor trennen. Als weiteres Beispiel möchte ich die Zenusur der Geschichten von Pippy Langstrumpf anfügen. Ein unbeschwertes Tragen eines Shirt mit dem Konterfei ohne sich rechtfertigen zu müssen oder dem Verdacht ausgesetzt zusein, wäre nicht mehr möglich sein.

Maestro84 18. Mai 2021

Im Kern müssten wir dann auch die Frage stellen, ob alle Menschen, die ein T-Shirt mit dem Konterfei von Che tragen - was eh schon amüsant ist -, fragwürdiges Gedankengut haben? Der Grat zwischen Kritik und Cancel Culture ist ja heute verdammt schmal.

Team SF 18. Mai 2021

Wenn ich im Pippi-T-Shirt auf die Straße gehe, fragt mich niemand nach meiner Gesinnung, genauso wenig bei Che (dessen Konterfei ja eh sinnentleerte Popkultur ist) und auch nicht bei Lovecraft. Eine kritische Auseinandersetzung mit einem Werk oder einer Person noch keine Zensur oder Diffamierung. Rahel hat das ja sehr differenziert erklärt.

Johannes Gefreiter 17. Mai 2021

Mein Problem war immer mit den Lovecraft Horror das ich verstand worauf er hinaus will mit den Kopf aber nicht mit dem Herzen und deswegen folgte bei mir Schnarch ^^